1. Herren / 18.03.17, 15:30 /

Trotz Zwei-Tore-Führung: Nur Remis gegen Lok


Gegen den 1. FC Lok Leipzig reichte es trotz zwischenzeitlicher 2:0-Führung und Überzahl am Ende nur zu einem 3:3.


Es sollte ein stürmischer Samstagnachmittag werden, das wurde zumindest wetterseitig recht früh klar. Dass es am Ende auch turbulent wurde, konnte da noch niemand ahnen.

Ersan Parlatan nahm im Vergleich zur Formation aus dem Herthaspiel unter Woche Umstellungen auf zwei Positionen vor: Ugurcan Yilmaz und Mattia Trianni nahmen zunächst auf der Bank Platz, Karim Benyamina und Ozan Pekdemir rückten in die Startelf.

Beide Mannschaften lieferten sich einen zerfahrenen Auftakt in die Partie mit vielen Zweikämpfen, Tacklings und Problemen im Aufbauspiel. So manch hoher Ball wurde zudem zum sprichwörtlichen Spielball des starken Windes. Der erste Torschuss des Spiels ließ bis zur 16. Minute auf sich warten, als Karim Benyamina zunächst am Lok-Keeper scheiterte, ehe Ümit Ergirdis Nachschuss aus fünf Metern von einem Lokverteidiger entschärft wurde.

Viktoria kam nun besser ins Spiel und setzte sich zunehmend in der Hälfte der Gäste fest. In der 24. Minute drang Ümit Ergirdi in den Lok-Strafraum ein und wurde regelwidrig zu Fall gebracht, Schiedsrichter Marko Wartmann hielt kurz Blickkontakt mit seinem Assistenten und entschied dann auf Strafstoß. Der Gefoulte verwandelte sicher zur 1:0-Führung (24.) für Himmelblau. Es war der vierte Treffer binnen sieben Tagen für den Kapitän.

Leipzig antwortete mit einem Konter. Maik Georgi übersprintete die linke Seite der Viktoriadefensive und lief solo auf Pascal Kühn zu. Der konnte den Angreifer aber entscheidend irritieren, so dass Georgi das Leder nur vorbeischob. Besser machten es die Himmelblauen wenig später. Chris Reher wurde auf der Außenbahn nicht bei seiner Flanke behindert, die an den völlig freistehenden Ümit Ergirdi adressiert war. Der baute seinen Tor-Lauf aus, indem er die Hereingabe mit dem Kopf zum 2:0 verwertete.

Die erwartete Sicherheit für das Team von Ersan Parlatan blieb nun jedoch aus. Die Loksche kam vor der Halbzeit unerwartet doch noch in Fahrt, Maik Georgi gelang der Anschlusstreffer zum 2:1 (36.). Auf der anderen Seite hatte anschließend Karim Benyamina das 3:1 auf dem Fuß, nach der in einer 3-zu-1-Überzahlsituation gut in Szene gesetzt wurde. Stattdessen schoss Paul Schinke den 1. FC Lok im Gegenzug noch zum 2:2 (44.) vor der Pause - zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt.

Die Himmelblauen kamen wütend aus der Kabine. Nur zwei Minuten waren gespielt, da brach Karim Benyamina bis zur Grundlinie durch und servierte den Ball für Ozan Pekdemir. Der schob zum blitzschnellen 3:2 (47.) ein. Viktoria wieder in Front, aber nicht überlegen - das Spiel verfiel anschließend wieder in das Muster der Anfangsphase.

Nach 77 Minuten wechselte Gästecoach Heiko Scholz den Spieler mit der Nummer 16, Ramon Hofmann für Maik Georgi ein. Das wäre vielleicht eine Randnotiz geblieben, wäre es nicht der dritte Wechsel des 1. FC Lok gewesen und hätte sich Lok-Schlussmann Levesque-Latendresse in der 81. Minute nicht an der Hand verletzt. Ein Weitermachen war dem Kanadier jedenfalls nicht mehr möglich, Markus Krug als Abwehrspieler musste nun in den Kasten.

In Überzahl gelang es dem FC Viktoria nicht Ruhe in das Spiel zu bringen. Die Gäste bäumten sich in der Schlussphase auf, wollten jeden Torschuss von ihrem Kasten fernhalten und zeitgleich auf Konter lauern. In der letzten Spielminute konnten sie tatsächlich noch einen letzten Ball in den Strafraum von Pascal Kühn bringen, dort lauerte bereits Djamal Ziane, der den Ball über die Linie drückte - 3:3 (90.). Kurz darauf war das Spiel beendet und Viktoria hatte binnen vier Tagen vier Punkte in der Nachspielzeit verspielt.

Am Ende des 25. Spieltags rücken die Himmelblauen dennoch einen Tabellenplatz nach oben auf Rang 5. Am kommenden Wochenende steht nun das wichtige Pokal-Halbfinale bei der VSG Altglienicke an.
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TRAINERSTIMME ERSAN PARLATAN:

"Ich bin heute richtig sauer. Wir haben zwei Punkte liegen gelassen, obwohl wir reichlich Konter und Angriffe hatten, um das Spiel zu entscheiden. Unsere drei Tore waren insgesamt noch zu wenig. Trotz 2:0- und 3:2-Führung in der letzten Minute den Ausgleich zu kassieren ist bitter und am Ende zu wenig. Unser Augenmerk liegt jetzt erst mal eindeutig auf dem Halbfinale am kommenden Samstag bei der VSG Altglienicke."

TRAINERSTIMME HEIKO SCHOLZ:
"Wir können mit dem Punkt heute zufrieden sein. Wir haben sicherlich kein gutes Spiel abgeliefert, das war allerdings auch ein bisschen dem Wetter geschuldet. Viktoria kann mit Sicherheit auch noch besser spielen. Es war ein intensives Spiel, von Zweikämpfen her dennoch fair. Als Aufsteiger können wir mit der Ausbeute leben."



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