Unsere Geschichte von 1914 - 1949

1914 - 1. Weltkrieg

1914 herrscht der erste Weltkrieg - der Chronist der ersten 25 Jahre, Otto Colosser, vermeidet jede Erwähnung - in der Festschrift zum 100jährigen Bestehen des Vereins findet für Zeit bis 1919 nur ein Zwischenbericht über die erfolgreiche Jugendarbeit - aus heutiger Sicht waren trainierte Sportler für das Militär besonders interessant

1919

Viktoria Berlin wird 13ter Berliner Fussballmeister - in einer Saison die am 20. Mai abgebrochhen wird - die Durchführung von 34 Punktspielen unter Nachwirkung des 1. Weltkriegs ist unmöglich

1921

Otto Colosser wird Vereinspräsident - die schlechte finanzielle Lage wird beklagt

1922

Der Restbetrag zum Kauf des Vereinsgeländes wird bezahlt. Viktoria ist schuldenfeier Besitzer eines eigenen Vereinsgeländes.

1923

Die galoppierende Inflation der »Weimarer Republik« trifft Viktoria hart. Der Alterspräsident und einer der besten Schiedsrichter Deutschlands, Paul Neumann, stirbt.

1924

Viktoria steigt erstmals aus der höchsten Berliner Fussball-Spielklasse ab - die Jugendabteilung wir fast vollständig in die erste Herren-Mannschaft übernommen - Cricket wird nicht mehr erwähnt

1926

Viktoria steigt wieder in die höchsten Berliner Fussball-Spielklasse auf - die Cricket-Abteilung findet keine Erwähnung.

1934

Viktoria gewinnt die Berliner Fussballmeisterschaft - Im Halbfinale um die deutsche Meisterschaft unterliegt Viktoria dem 1. FC Nürnberg mit 1:2

1939 - 50 Jahre Viktoria

Das 50jährige Vereinsjubiläum wird am ersten Osterfeiertag auf dem Platz von Hertha BSC (an der Plumpe) gefeiert. Meisterschaften sind durch Einberufungen zum Militär nur noch von Zufällen abhängig.

1945-46

Auf Befehl der alliierten Besatzungsmächte werden alle Vereine und Organisationen aufgelöst. Tempelhof und damit Viktoria untersteht den Amerikanern. Der Kommentar aus der Festschrift zum 100jährigen Bestehen:

Das Jahr bedeutete den totalen Zusammenbruch und die unvorstellbare Zerstörung. Ein trauriges Bild bot sich dem Betrachter auch auf dem Viktoria-Platz in der Eisenacher Straße in Mariendorf. Mehr als fünf Jahrzehnte fanden hier Fußballspiele allererster Güte statt. Geblieben war nach dem Kriege ein Haufen Schutt. Die Holztribüne war verschwunden und auch der Holzzaun stand nicht mehr lange. Von frierenden Berlinem wurde er' im Winter verfeuert. Der "Viktoria-Garten" wurde von den Nachbarn in Parzellen abgesteckt und als landwirtschaftliche Nutzfläche zweckentfremdet.  

Doch nicht nur die Besitztümer des Vereins, sondern auch die alte Viktoria selbst gab es nicht mehr. Durch das Alliierte Kontrollratsgesetz wurden alle Organisationen verboten, auch die Sportvereine. Mit Beginn des Sommers 1945 durften Sportveranstaltungen nur unter Aufsicht kommunaler Behörden vonstatten gehen. Es gab an allen Ecken und Enden große Schwierigkeiten zu überwinden. Es fehlte an Sportkleidung, Bällen und Plätzen, die zum großen Teil von den Besatzungsmächten beschlagnahmt wurden. Der Viktoria-Platz diente den Amerikanern nun als Baseball-Terrain.

Trotz aller Hindernisse bildeten sich sehr schnell wieder Mannschaften, die Fußball spielen wollten. In Tempelhof gründeten sich zwei Gruppen: "Tempelhof' und "Mariendorf', die die Fußballer aus der direkten Umgebung zusammenfaßten. In beiden "Kommunalen Sportgruppen" fand sich ein buntes Gemisch der verschiedensten Vereine zusammen. 

Im Herbst 1945 nahm der Spielbetrieb wieder geregelte re Formen an. Auch die strengen Vorschriften wurden etwas gelockert. Jeder Spieler konnte sich nun in seinem Bezirk immerhin schon die Sportgruppe aussuchen, in der er spielen wollte. In Mariendorf fanden sich die alten Blau-Weißen zusammen, während die Sportgruppe Tempelhof nun von den alten Viktorianern beherrscht wurde.

Zwar waren einige ehemalige Spieler im Krieg gefallen und andere waren noch in Gefangenschaft, aber trotzdem bekam "Tempelhof' eine gute Truppe zusammen, die nun zu Beginn des Jahres 1946 in die Pflichtspielserie startete.

Es gab eine einfache Runde in vier Abteilungen zu je zwölf Mannschaften, die eine Qualifikation zu der Stadtliga-Saison 1946/47 darstellte. Die ersten drei jeder Gruppe waren automatisch Mitglied der neuen höchsten Berliner Spielklasse, der Rest spielte in der ersten Klasse.

Der langen Rede kurzer Sinn: Für Viktoria alias "Tempelhof' reichte es in dieser Runde zum zweiten Rang, der die Teilnahme in der Stadtliga sicherte. Das war schon ein beträchtlicher Erfolg angesichts der großen Konkurrenz in der Viktoria-Gruppe. Gegner waren unter anderem Wilmersdorf (BSV), Reinickendorf-West (Wacker 04), Spandau-Altstadt (SSV) usw.

1947

Im März 1947 wurde dann die Gründung unpolitischer Organisationen in den Westsektoren Berlins erlaubt. Die Anträge waren in 27 Exemplaren einzureichen, vierzehnfach in deutscher, sechsfach in englischer, dreifach in französicher und vierfach in russischer Sprache. Mindestens sechs Antragsteller hatten außerdem noch einen Fragebogen mit 136 Fragen auszufüllen.

Die Lizenzierung erhielt der Verein BFC Viktoria 89 e.V. am 12.7.1948, als erster Verein in Berlin.

Lizenzträger waren: Alex Gräfe, Herbert Jähnchen, Georg Levin, Erwin Niering, Carl-Heinz Pfannenschmidt und Günter Groß.

1948

Viktorias Fussballer steigen in die Berliner Stadtliga auf.

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1949

60 Jahre "Viktoria Berlin" wird mit einem Osterturnier im Olypiastadion gefeiert. Die Teilnehmer an diesen sogenannten "interzonalen Begegnungen" mussten sich Sondergenehmigungen von allen alleierten Streitmächten enholen. Teilnehmer waren: neben Viktoria: Wormatia Worms, Meerane und Union Oberschönweide. Viktoria ist der erste Verein, der nach dem Krieg im Olympiastadion spielt.

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