Saisonrückblick Erste + Zweite Frauen

  • 18. Juni 2019
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Erste Frauen

Hätte Roman Rießler direkt im Anschluss an eine der beiden Niederlagen gegen RB Leipzig oder den 1. FC Union Berlin irgendjemand mit den Worten „ihr habt ja trotzdem eine gute Saison gespielt“ auf die Schulter geklopft, er hätte ihn wohl zum Nachmittags-Kaffee mit Haut und Haaren verputzt. Unser Trainer der Regionalliga-Frauen wäre gerne in die Zweite Bundesliga aufgestiegen, es wurmt ihn, dass am Ende die Meisterschale nicht nach Lichterfelde wanderte. Mit ein wenig zeitlichem Abstand weiß auch er: der Trost wäre berechtigt gewesen. Wer alle Spiele der Vorrunde gewinnt, innerhalb einer Saison in der dritthöchsten Spielklasse nur zweimal verliert, der hat sich nichts vorzuwerfen. „Union war halt noch stärker“, sagt Rießler heute. Und so hat die Saison für Viktoria auch etwas von Borussia Dortmund, die in dieser Spielzeit so viele Punkte wie noch nie verbuchten, dem FC Bayern München aber dennoch den Vortritt lassen mussten. Für die Vikis war aber auch etwas vom FC Bayern dabei. Wie Niko Kovac „Robbery“ im letzten Spiel noch brachte, wechselte auch Rießler zum Finale gegen den FF USV Jena II seine verdiente und leider scheidende Stürmerin Anja Kähler ein. Mit demselben Effekt:  Wie Franck Ribery und Arjen Robben traf auch sie zum Abschied prompt zum 1:1 ins Schwarze, und ebnete damit den Weg zum 2:1-Sieg. Im Pokalfinale unterlagen die Viki-Girls ebenfalls der Konkurrenz aus Köpenick, knapp mit 2:3 und nach besserem Spiel. Jetzt heißt es, die Krone zu richten und weiterzugehen. Rießler ist schon wieder hoch motiviert, auch weil einige starke Neuzugänge seinen Kader breiter machen werden. Das Training wird er ein wenig modifizieren, zur vorhandenen Spielstärke soll ein Plus an Athletik erarbeitet werden. Und dann kommt er: der nächste Anlauf auf die Meisterschaft der Regionalliga Nordost und den Einzug in die zweite Runde des DFB-Pokals.


Zweite Frauen

Zwei mit himmelblauem Blut in den Adern: Leistungsträgerin und Kapitänin Antonia Päpke flankt in der Partie gegen Lichtenberg 47 auf Alexia Boldt.

Die Zweite Mannschaft der Frauen hat eine holprige, nicht ganz einfache Saison in der Berlin-Liga hinter sich. Am Ende der Spielzeit 2017/18 hatte das Trainergespann Marika Wilczok und Peter Siering nach fünf Jahren Platz für einen neuen Impuls gemacht. Dazu brach die halbe Stammelf wegen Verletzung oder freudiger Erwartung weg. Weil der vakante Trainerposten schwerer zu besetzen war als gedacht, schlüpfte Roman Rießler – Trainer unserer Regionalliga-Elf – kurzerhand in die Rolle des Interimstrainers, zusammen mit Simon Haardt. “Das war gut, weil wir sonst vom Spielbetrieb abgemeldet worden wären”, erinnert sich Spielführerin Julia Grünky, auch wenn die Lösung mit Rießler wegen seiner Doppelbelastung alles andere als eine optimale war. Immerhin standen zum Winter 14 Punkte und ein absolutes Highlight zu Buche: das 0:0 gegen das Topteam Türkiyemspor. Mit der Rückrundenvorbereitung übernahm Matthias Vogel – gewechselt vom Landesligisten Moabiter FSV – die sportliche Verantwortung. Unter seiner Ägide änderte sich im Vergleich zur Vorrunde eines nicht: Wieder bewegte sich die Viktoria stets auf Augenhöhe, wieder hatten die Spitzenteams zu beißen an den vom Abstieg bedrohten Himmelblauen. Tiefschläge, wie die unnötigen Pleiten gegen die Tabellennachbarn aus Hohen Neuendorf und Borsigwalde sollen aber auch nicht verschwiegen werden, und was längere Zeit wirklich schmerzlich vermisst wurde: Punkte. Am Ende reichten ein torloses Remis beim FC Internationale sowie zwei Siege zuhause gegen Lichtenberg 47 (5:0) und Hertha 03 Zehlendorf (3:1) in der Rückrunde zum Klassenerhalt. Ein paar graue Haare mehr habe er schon bekommen, resümierte Vogel nach dem Happy End. „Aber es hat Spaß gemacht und das Entscheidende, nämlich das Erste und Zweite sich wieder einander annähern, hat ja trotzdem parallel stattgefunden.“ Einige Neuzugänge werden das Team verstärken, auch deshalb geht Vogel mit seiner Elf zuversichtlich in die neue Saison: „Ein einstelliger Tabellenplatz ist jetzt Pflicht.“

 

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