Viktoria-Kapitän Hoffmann: „Jeder spürt, dass im Verein eine Aufbruch-Stimmung herrscht“

  • 30. Januar 2020
  • Julia Henys
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Vom Chemnitzer FC wechselte Marcus Hoffmann im Sommer 2018 zum Regionalliga-Team des FC Viktoria 1889 Berlin. Schnell entwickelte sich der Innenverteidiger zu einer Führungsfigur, wurde Kapitän des Teams. Im Winter-Quartier der Himmelblauen in der Türkei ließ der 32-Jährige die letzte Trainingswoche Revue passieren und gibt einen Ausblick auf die am Samstag (13.30 Uhr) bei Lok Leipzig startende Rückrunde.

Das Trainingslager im türkischen Side neigt sich nun langsam dem Ende entgegen. Was hat es in der Mannschaft bewirkt?

Marcus Hoffmann: Ich denke, dass so ein Trainingslager für einen Verein und für den Zusammenhalt im Team schon von sehr großer Bedeutung ist. Wir verbringen hier ja wirklich 24 Stunden miteinander und haben dadurch natürlich auch die Zeit, sich mal mit dem einen oder anderen intensiver zu unterhalten. Wir lachen natürlich auch viel zusammen, was für unseren Zusammenhalt unfassbar wichtig ist.

Würdest du sagen, dass sich die Rolle des Kapitäns noch einmal verändert hat?

Ich habe mich seit Sommer, wo ich zum Kapitän gewählt worden bin, nicht wirklich verändert, sondern ich mache weiterhin genau das, was ich immer mache: Ich versuche den Jungs immer eine Hilfe zu sein. Vor allen Dingen aber auch immer mit gutem Beispiel voran zu gehen und alles zusammenzuhalten, falls es zwischen den Jungs mal Reibereien gibt – was aber natürlich auch dazu gehört und nichts Negatives ist.

Was können sich die Jungs von dir abschauen?

Ich denke schon, dass ich eine gute Einstellung zum Beruf habe. Dass ich alles sehr ernst nehme und schon versuche, immer das Optimum aus mir herauszuholen. Ich versuche da wirklich an allen Schrauben ein Stück weit zu drehen, ob es jetzt meine Ernährung ist, das Training oder die Lebenseinstellung insgesamt. Da bin ich schon ein Vorbild. Aber ansonsten müssen die Jungs auch alle ihren eigenen Weg gehen, denn ich mache natürlich auch nicht alles richtig.

Im Testspiel gegen Växjö United (4:2) hast du ein Tor beigesteuert. Wie sieht es mit einem bestimmten Torjubel bei dir aus?

So etwas habe ich tatsächlich gar nicht – ich treffe ja auch nicht so oft. Ab und zu kommt es schon vor und dann ist es so spontan, dass ich selbst überrascht bin. Ich war früher dafür bekannt, dass ich nach einem Treffer immer sofort wieder auf meine Position gerannt bin und weitermachen wollte. Inzwischen kann ich aber auch ein bisschen jubeln und mich darüber freuen.

Woran müsst ihr als Team arbeiten, um den zweiten Teil der Saison noch erfolgreicher zu gestalten?

Wir schießen aktuell noch ein bisschen zu wenig Tore. Doch ich glaube, dass der Knoten zur Rückrunde platzen wird! Wir müssen weiterhin so kompakt stehen und als Mannschaft gut verteidigen, denn es ist auch keine Selbstverständlichkeit, dass man so wenig Gegentore bekommt. Es ist auch von den Stürmern schon ein Verdienst, dass wir da hinten so wenig in die Bredouille kommen, weil die Jungs einfach vorne schon gut arbeiten. Dass, was wir gut machen, müssen wir trotzdem weiterhin fleißig üben.

Was ist dein persönliches Ziel mit dem Team für den Rest der Saison?

Das, was bisher war, können wir nicht mehr verändern. Daher brauchen wir auf die Tabellenplätze ganz oben auch nicht mehr zu schauen – aber es gibt ja noch die Rückrunden-Tabelle. Und wenn wir uns da nach vorne schieben könnten, um auf den ersten Positionen zu sein, wäre das schon eine super Sache. Für uns liegt die Konzentration jetzt komplett auf der Rückrunde, denn wir können ja nur noch das beeinflussen, was jetzt kommt. Ich denke schon, dass wir zu den drei, vier besten Mannschaften gehören können. Es ist ein hohes Ziel, jedoch machbar!

Du bist jetzt seit Sommer 2018 bei den Himmelblauen. Was verbindest du mit dem Verein?

Mit Viktoria Berlin verbinde ich eine ganze Menge. Ich bin damals aus einer Verletzung gekommen und hatte das Glück, dass der Verein auf mich gebaut hat. Ich habe die Zeit bekommen, die ich brauchte, um wieder zu meiner alten Form zurückzufinden. Jeder spürt, dass im Verein jetzt eine richtige Aufbruch-Stimmung herrscht, und durch den neuen Gesellschafter im Umfeld viel Positives passiert. Es ist schön mit anzusehen, dass alles Stück für Stück professionalisiert wird.

Am Samstag geht es für euch beim Aufstiegskandidaten 1. FC Lok Leipzig wieder um Punkte. Wie sehr freut sich die Mannschaft, dass es nun wieder losgeht?

Ich hatte schon Vorbereitungen, die einem länger vorkamen. Dieses Jahr war das anders, es gab auch keinen Lagerkoller. Wir hatten durch die Woche in der Türkei auch eine schöne Abwechslung, haben sehr fokussiert gearbeitet. Jetzt ist es natürlich schön, dass wir loslegen können. Ich freue mich auf die Spannung, es geht wieder um etwas – und dann wird sich zeigen, wie gut wir gewappnet sind.

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